Rapsernte

Erntezeitpunkt, Reife

Nach der prächtigen, gelben Blütezeit wachsen an den Pflanzenverästelungen Schoten, gefüllt mit kleinen schwarzen Körnern heran. An diesen Schoten erkennt man, wann der Zeitpunkt für die Ernte gekommen ist. Erst sind diese grün und gummig. Später werden sie braun und dürren ab. Wenn sie trocken und brüchig sind, sind sie reif. Die Zeit für den Mähdrescher ist jetzt gekommen. Die Ernte kann beginnen.

Einstellungen

Die reifen Rapsschoten sind sehr brüchig und lassen sich leicht aufbrechen. Die kleinen Körner sind sehr leicht und bruchanfällig. Durch den hohen Schotenanteil, welcher sehr trocken sein kann, steigt auch der Kleinstrohanteil auf dem Körnersieb. Diese umstände erfordern eine entsprechende Einstellung der Maschine.

geringe Tourenzahl der Dreschtrommel
öffnen des Dreschkorbabstandes
reduktion der Windgebläsedrehzahl
entsprechende Einstellung des Ober und Untersiebes

Rapstisch mit Seitenmessern

Die obengenannten Einstellungen sind im Handumdrehen erledigt. Bei den neueren Maschinen wird man sogar vom Bordcomputer unterstützt. Was bei der Umstellung auf Raps aber mehr Zeit in Anspruch nimmt, ist das Anbauen des Rapsvorsatzes, auch Rapstischverlängerung genannt. Grund für den Einsatz einer Tischverlängerung sind folgende. Die reifen Rapsschoten können durch starkes Schütteln oder durch das Berühren der Haspelzinken leicht auffallen. Die Rapskörner fallen dann zu Boden. Die Tischverlängerung ist so weit nach vorne gezogen, dass die Haspel ohne Bedenken eingesetzt werden kann. die herabfallenden Körner werden von der Wanne aufgefangen und in die Maschine geführt.
Durch den besseren Strohfluss kann mit der Maschine auch schneller gefahren werden, was folgenden Vorteil hat. Durch die Messerbewegung werden reife Rapskörner ausgeschüttelt. Während des Herunterfallens der Körner wird der Tisch, durch die schnellere Geschwindigkeit, weiter nach vorne geschoben. Es werden also mehr Körner aufgefangen als bei langsamer Fahrt.
Getreide wird bei der Durchfahrt durch die Halmteilerspitze seitlich getrennt. Die Rapspflanze besteht nicht wie Getreide aus einem einzelnen Halm. Der buschige Raps verflechtet sich durch seine Verästelungen mit seinen Nachbarplanzen. Das auseinanderreissen würde wieder einen erheblichen Verlust durch das Aufreissen der Schoten verursachen. Weniger Verlust entsteht durch das Abschneiden mit den seitlich angebrachten Trennmessern.

Rapstisch mit Seitenscheren